Buße heißt: Gott liebt mich "trotzdem"



Gedanken zum Buß- & Beettag 2017

 

In diesem Jahr haben wir das 5oo jährige Jubiläum der Reformation gefeiert. Am 31.10.1517 schlug Martin Luther seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg. Die erste These lautet: „Da unser Herr und Meister Jesus Christus spricht ‚Tut Buße‘, hat er gewollt, dass das ganze Leben der Gläubigen Buße sein soll.“

Das Wort ‚Buße‘ wird heute kaum noch benutzt. Vielleicht auch, weil es vielen Menschen nicht gefällt, gar als Drohung verstanden wird: „Das wirst du mir büßen!“. Wir denken an Bußgeld für ein Verkehrsvergehen, an eine zu verbüßende Strafe. ‚Buße‘ ist etwas Bedrohliches.

So hat Martin Luther ‚Buße‘ nicht gemeint und Jesus auch nicht. Einmal erzählt Jesus von einem Hirten, der seine 99 Schafe zurücklässt, um das eine verlorene Schaf suchen zu gehen. Genauso wird Freude im Himmel sein über einen Sünder der Buße tut. Jesus vergleicht sich mit dem Hirten. Er sagt: Der kleinste, unbedeutendste Mensch, der in den Augen anderer völlig wertlos ist, den gebe ich nicht auf. Auch den hoffnungslosen Fall nicht, den, der immer wieder wegläuft. Auch der ist mir wertvoll, ich habe ihn. Wir alle sind auch solche vom Weg abgekommenen Schafe. Aber Jesus ist das nicht egal – wir sind ihm nicht egal.

Nein! Wir sind Jesus so wichtig, dass er viel Energie und Ausdauer dransetzt, um uns zurückzuholen. Wenn uns das wirklich klar wird, können wir darüber nur dankbar staunen: Für Gott sind wir nicht irgendwer. Nein, er hat uns beim Namen gerufen, wir gehören zu ihm und er geht uns nach, weil er uns ein sinnvolles Leben schenken will.

Es wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut. (Lukas 15,10)

Er will uns in allen Sorgen unseres Lebens helfen. Er liebt uns trotz unserer Zweifel und Zukunftsängste. Er ruft uns zu: Fürchte dich nicht! Wir sind geliebte Geschöpfe Gottes und deshalb sucht er uns. Wenn wir das begreifen und wenn wir diese große Liebe erkennen, dann wird uns auch klar, was nicht stimmt in unserem Leben, und was uns von Gott trennt. Wir dürfen dann staunend feststellen: Das ist ja unbegreiflich, Gott! Du suchst mich, obwohl ich so bin wie ich bin! Ich bin doch gar nicht wert, dass Du mir nachgehst.

Das ist Buße: Ein Staunen über Gottes grundloses, liebevolles Suchen – mit dem er uns suchen will, trotz unseres Davonlaufens.

Buße ist also nichts Trauriges oder Beängstigendes, sondern etwas zum Freuen: Freuen dürfen wir uns, denn Gott liebt uns trotzdem. Und Gott freut sich auch über uns. Das ist doch was.

Gefunden und bearbeitet von Christine Hoffmann & Volker Grüner

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